Dampf ablassen!

Ärger abbauen. Frust loswerden. Darüber diskutieren.

Rob

Depressionen

Ich schreibe das hier, weil ich mir vorstellen kann, dass es dem ein oder anderem hier vielleicht ähnlich ergeht.
Und Achtung, ich weiss der Text ist total wehleidig. Aber es ist hier ja anonym von daher.

Ich habe vor einigen Jahren starke bis mittelstarke Depressionen diagnostiziert bekommen. (mal waren sie sehr stark, mal weniger)
Ich habe dann auch Antidepressiva verschrieben bekommen die ich teilweise auf der höchsten erlaubten Dosierung genommen habe.
Es gab damals viele Dinge, die meine Depressionen begünstigt haben, ein paar Schicksalsschläge wie Todesfälle, ein hasserfülltes unangenehmes Umfeld und eine Krankheit, die mich über Jahre immer wieder ins Krankenhaus gebracht hat. und viel mehr. Ich wollte damals einfach nicht mehr leben.

Inzwischen hat sich meine Situation besänftigt. Ich bin umgezogen und Gesundheitlich geht es mir inzwischen viel besser. so Dass ich fast ein normales Leben führen kann. Ein paar ganz kleine Einschränkungen werde ich vielleicht immer haben.
Naja, auf jedenfall hat sich meine Denkweise aber seit meiner Kindheit, wo ich ein fröhliches sorgenfreies Kind war, über diese Zeit komplett umgewandelt.
Inzwischen gehe ich nicht mehr zur Therapie und nehme auch keine Antidepressiva mehr. (Die sind verschreibungspflichtig und die bekommt man nur mit Therapie. Ausserdem habe ich aufgrund meiner Krankheit schon extrem viele Medikamente nehmen müssen und will das so weit wie Möglich einschränken. Und ich hatte auch ziemliche Nebenwirkungen. Nicht zuletzt haben sie kaum noch gewirkt und höher hätte ich nicht gehen dürfen.)
Ich hatte nie wirklich den Draht zu den Therapeuten. Man wird einfach nur vollgepumpt mit Medikamenten und dann tschüss, gehen sie wieder. Entweder war kaum Zeit zum Reden oder die Person war mir einfach unsymphatisch und ich will das auch eigentlich nicht machen. Ich will weder zur Therapie gehen noch Medikamente nehmen müssen.
Aber ich habe bemerkt meine Denkweise ist einfach inzwischen so fürn Arsch geworden. Ich mache mir den ganzen Tag über alles gedanken und sorgen, habe Angst oder Panik, und spiele alles was in meiner vergangenheit passiert ist wieder und wieder im Kopf durch. Machmal automatisch und bewusst aber oft kommen die Bilder auch einfach so hoch und ich kann sie nicht unterdrücken. Oder habe das gefühl dass ich sie nur runterschlucke und sie sich immer mehr aufstauen aber drann denken will ich nicht.
das schränkt mich alles darin ein, mein Leben wirklich normal zu führen. Und ich weiss nicht, was ich dagegen tun soll. Meine Denkweise ist im moment mein scheinbar grösstes Problem. Es kommen einfach nurnoch negative Gedanken und ich sehe alles von der schlimmsten Seite, und das, obwohl ich die Depressionen meine ich auch überwunden habe. Das ist halt nur der Nachklang und ich kenne es garnicht mehr anders. Ich will dass es aufhört. Es ist, als hätte mein Gehirn sich komplett umstrukturiert und funktionert jetzt anders. [Melden]

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Kommentare (4)

Gaby

Hallo Rob, Du hast einen sehr genau formulierenden, interessanten Schreibstil... Lache nicht; folgende Dinge wären gut für Dich, besonders nach der langen Zeit der Medikamenteneinnahme (damit Dein Stoffwechsel sich wieder gut normalisieren kann); Gesunde, wohlschmeckende, REGELMÄSSIGE -morgens-mittags-abends- Ernährung. z.B. Mediterrane Kost, sprich viel Gemüse, Obst, Fisch. Regelmäßige Bewegung, der tägliche Spaziergang (kann auch der Weg zum Einkaufsladen sein), Radfahren oder anderes was Dir Spass macht. Natürlich noch besser, wenn man mit einem guten Freund oder einer Freundin, Bekannten etwas gemeinsam macht. Was ich für mich wichtig und gut finde: ruhig jeden Tag sich etwas Schönes vornehmen, quasi als Belohnung - wenigstens so dreimal in der Woche. Vielleicht mal Eis-Essen gehen, Kino-Besuch; dir fällt bestimmt was gutes ein. Ausreichend Schlag, nicht zu spät ins Bett gehen, ist sehr wichtig für das Immunsystem, den Stoffwechsel (damit für die Psyche), fürs Schlankbleiben und die Kraft, am Tag die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Es gibt wissenschaftliche Studien, die belegen, dass Menschen nach ausreichendem, ruhigem Schlaf WEITAUS WENIGER ängstlich und kraftvoll durch den Tag gehen. Wünsche Dir alles Gute.

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Kleckermann

Du musst bedenken egal wohin du gehst / umziehst , du nimmst deine Vergangenheit und dich selber ;) immer mit.
Sicher war es gut aus einem hasserfüllten Umfeld weg zu gehen. Aber nun kommt was neues / unsicheres / aber auch besseres.
Wenn du immer zwanghaft über irgendwas grübeln musst , kann das durchaus immer noch ein Zeichen einer Depression sein.

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Penner

Nein, Therapeuten und Medikamente sind gut. Therapeuten sind das Coolste was es überhaupt gibt. Denk doch einfach nicht an deine Depressionen.

LG

Penner

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Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von John Furz am 15.02.2018, 21:20 Uhr.

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