Dampf ablassen!

Ärger abbauen. Frust loswerden. Darüber diskutieren.

lukas
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Mitglied [1796]

Aktive Sterbehilfe bei psychischen Erkrankungen

https://www.ok-magazin.de/people/real-life/17-jaehrige-bekommt-sterbehilfe-nach-vergewaltigung-59760.ht

Ich wusste bisher nicht, dass man in Holland auch bei psychischen Erkrankungen aktive Sterbehilfe in Anspruch nehmen kann.
In meinen Augen haben die da eine vorbildliche Regelung getroffen in Holland. Wenn jeman derart depressiv ist, dass er nicht mehr weiterleben kann und möchte, dann sollte man ihm auch ermöglichen sanft aus dem Leben zu scheiden. Hierzulande gibts ja leider nur die Option sich selbst abzuknallen, aufzuhängen, vor den Zug zu werfen oder sonstwas.

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Sergio Rico -https://youtu.be/0LFWVJCMRTU

Kommentare (24)

REP 71

Zum einen ist aktive Sterbehilfe ja ganz gut z.b. bei unheilbaren Krebsarten, aber bei psychischen Erkrankungen eine Katastrophe.
Dann kommen wir wieder zurück zur Vernichtung lebensunwerten Lebens. Das kann auch Holland nicht wollen.
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flagada
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Mitglied [65]

Ich finde das auch eine großartige Regelung, wo sich das diktatorische Deutschland eine ordentliche Scheibe dran abschneiden könnte und sollte. Wäre ich nicht zu ängstlich, würde ich sowas noch in diesem Jahr in Anspruch nehmen. So eine ordentliche Überdosis Pentobarbital ist bestimmt sehr friedlich und sanft.
Psychische Erkrankungen wiegen nicht weniger als Körperliche!!! Ich merke doch auch bei mir, dass es keinen Sinn hat, dass es nicht weitergeht und sich auch nichts für mich Zufriedenstellendes entwickeln kann. Ich weiß einfach, dass es psychisch immer weiter bergab gehen wird und auch im Außen wird mit der Zeit alles immer mehr verkommn. Es ist in diesem Leben einfach nicht und ich muss auch keinen Kampf gegen Windmühlen kämpfen.
Evtl. legt sich die Angst eines Tages noch und ich kann mich mit einer Überdosis Pentobarbital endgültig "zur Ruhe setzen". ;)
Schade und traurig, aber das ist einfach mein Los.

Das Leben ist für manche Menschen einfach aus den unterschiedlichsten Gründen nicht (mehr) lebenswert und wenn es niemals besser werden kann, weil es einfach so ist, dann hat man SEIN Leben auch beenden zu dürfen.
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Franck Ribéry #7

General

Ich kann dir nur voll zustimmen Lukas ! Ich denke , dass der Staat sogar die Pflicht hat leidende Menschen, ob psychisch oder körperlich, von ihrem Leid zu erlösen, wenn diese Personen das auch wollen.
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abcd

Ich weiß bis heute nicht ob hier überhaupt mehr als 2 Personen posten..... aber Leute, echt, wer in einer Depression steckt ist nicht in der Lage vernünftige Entscheidungen zu treffen.
Soll Heißen er kann sich nicht gegen das Leben entscheiden, weil er in einer Depression steckt. Und überhaupt Lukas, hast du nicht genug zu tun mit deinem Nachwuchs ??? Solltest du nicht positiv denken und vor Freude ausrasten ?
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flagada
★★

Mitglied [65]

@abcd:
So ein Schmarrn - natürlich kann jemand der an Depressionen leidet sich für oder gegen das Leben entscheiden. Die Gründe, die zur Depression führten, sind entscheidend und nicht die Erkrankung an sich.
Meine Depression und Angsterkrankung und was ich sonst noch habe ist Beispielsweise unheilbar, d.h. es wird nie mehr in Ordnung kommen, weil mir die Welt und das Leben einfach nichts (mehr) zu bieten hat. Ich kann sehr wohl entscheiden, ob ich leben will oder nicht - und ich will NICHT leben!
Das Leben ist Scheiße und einen Dreck wert und ich bereue meine Existenz jeden Tag. Nicht jeder kann dem Leben etwas abgewinnen. Es gibt einfach Menschen, die wollen einfach nicht (mehr) sein und der ein oder andere Gutmensch muss sowas endlich mal begreifen. Das Leben hier auf der Erde ist einfach nicht für jede Seele das Nonplusultra - versteht und akzeptiert das einfach mal.
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Franck Ribéry #7

ooo

Sie alleine hat entschieden, lukas.

Sie hat aufgehört zu essen.

Und wenn der Körper sich auf das Sterben vorbereitet, können auch lebenserhaltende Maßnahmen nichts mehr bewirken. Die Klinik wird "machtlos aufgegeben" und "nicht aktiv" geholfen haben. Zumindest wird das seit gestern infragegestellt.

Wer sein Leben selber beenden möchte, findet IMMER einen Weg. IMMER !!!
Ansonsten hängt er am Leben !!!
Kein WENN und kein ABER !!!
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abcd

Flagada: Was ist mit deinem Abitur an der Abendschule ?
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flagada
★★

Mitglied [65]

@abcd:

Gewiss steht und fällt das Leben nicht mit einem Stück Papier. Ob ich jetzt den Realschulabschluss, das (Fach-)Abitur oder überhaupt keinen Abschluss besitzen würde, es würde an meiner tiefen Perspektiv- und Sinnlosigkeit nicht im Geringsten etwas ändern. Ich habe einfach keine (umsetzbaren) Zukunftspläne. Ich kann nur aufs Ende warten oder es vorzeitig selbst herbeiführen. Meine limitierten Optionen sowie die grobe gesellschaftliche Ungerechtigkeit im Allgemeinen machen mich total verzweifelt.

Oft will ich der harte Hund sein, aber ich bin einfach zu sensibel für die Welt da draußen. Wenn ich nicht einen/meinen völlig individuellen Weg gehen kann - für den ich aber auch mit besonderen Fähigkeiten liefern muss, die ich wahrscheinlich nicht habe - bin ich einfach gescheitert und am Ende.

Ich würde so gerne etwas ändern und mein eigenes Spiel kreieren, es den Fickern da draußen zeigen, aber es liegen einfach keine brauchbaren Optionen auf dem Tisch und ich weiß auch nichts.

Ja, wenn ich nicht für alles immer zu feige wäre und in Deutschland die Möglichkeit bestünde, dann hätte ich wirklich Lust, mir eine gepfefferte Dosis eines Barbiturates reinzuballern, einzuschlafen und nie mehr aufzuwachen. Die Würfel sind gefallen und das Spiel ist vorbei.
Ich will einfach nicht mehr und da wird sich auch nichts dran ändern.
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Franck Ribéry #7

Blaue Saue
★★

Mitglied [91]

@flagada: Zuallererst: Es tut mir sehr leid, dass Du so sehr unter Deiner Situation leidest. (Ich höre das übrigens von vielen Menschen, und dies ist einer der Gründe, warum ich keine Kinder in die Welt setzen will.)
Aber - jetzt mal eine provokante Frage: Ist Selbstmord denn wirklich eine Lösung für schwierige Lebenssituationen? Was wäre, wenn die Situation nach dem Selbstmord noch schlimmer wird? Wir wissen ja nicht, was nach dem Tod kommt.
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flagada
★★

Mitglied [65]

@Blaue+Saue:

Ehrlich gesagt denke ich nicht, dass der Suizid eine Lösung ist. Man hat irgendwie nichts getan um auf dieser Welt zu sein und irgendwie fühlt es sich falsch an, etwas dafür zu tun, um nicht mehr hier zu sein. Lieber alles schön der Natur überlassen. Im Idealfall...

Allerdings ist es so unglaublich Scheiße, wenn einfach alles keinen Sinn macht, man sich jeden Tag nur mit Ängsten, Sorgen, Depressionen, Unsicherheiten und Pessimismus quält. Man kommt einfach keinen Millimeter weiter, weil die Realität für manche Menschen echt eine Bitch ist. Wenn einem Glückseligkeit und Erfüllung lebenslang verwehrt bleibt, sucht man irgendwie nach dem 'Exit'.
Du willst einfach deine wahrscheinlichen Träume leben und das Leben, dein Schicksal sagt dir kaltschnäuzig ins Gesicht: ,,Pff, es gibt Menschen, denen ich so ein Leben nicht verwehre, aber dir?! Du bist ne Ratte, die nichts verdient in diesem Leben - Vogel friss oder stirb!".
Irgendwann hat man einfach keinen Bock mehr.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich unglaublich gerne englischsprachige Kinofilme produzieren würde, die internationale Resonanz erfahren würden.
Das ist für mich so etwas, dass dem Leben einen tieferen Sinn gibt. Man hinterlässt etwas, das Generationen überdauert. Das ist etwas Sinnstiftendes. Man erschafft Kunstwerke, die einen selbst überdauern. Man trägt etwas zur Kultur bei!

Dieses ganze unbedeutende Hamsterradleben hat für mich absolut keine Bedeutung und keinen Wert und auch meine Persönlichkeit ist mit der dort anzutreffenden Gesellschaftsschicht nicht kompatibel. Ich geh so einfach vor die Hunde. Ich tick einfach komplett anders und das will ich auch ausleben - ist mir das nicht möglich, habe ich auf dieser Erde einfach keinen Platz mehr. Hamsterrad und angepasste 08/15-Scheiße ist für mich nicht, denn ich bin so nicht.
Für mich gibt es nur das eigene Spiel.

Mein Gott, wenn ich diese normale Gesellschaft da draußen schon sehe... deren Ansichten usw. Alleine, wie sich schon alle über den Donald Trump aufregen... DER TYP IST GENAU RICHTIG; RICHTIGER ALS DIE GESAMTE "NORMALE" GESELLSCHAFT, ALSO HALTET DIE SCHNAUZE!
Im Ernst, ich habe mehr Respekt und Achtung vorm Donald als vor den meisten Menschen mit denen ich sonst so im Alltag zu tun habe. Trump hat im Gegensatz zu diesem alltäglichen gesichtslosen Abschaum einen Charakter mit Wiedererkennungswert, eine echte, unikate Persönlichkeit. Der rennt mit Sicherheit keiner gesellschaftlichen, kranken Norm hinterher und das ist zu 100% der richtige Weg!!! Der lebt tatsächlich sein ganz EIGENES Leben.

Meine Fresse, ich wäre lieber ein Leben lang kokainabhängiger, kaputter Schauspieler/Künstler als nur einen einzigen Tag Arzt. Ich hätte wenigstens für etwas gelebt und wäre keinen vordefinierten Weg gegangen. Gelebt werden ist ebenso nicht meins.

Der einzige gangbare Weg ist MEIN Weg! Ich muss noch in den verdammten Spiegel schauen können.



Ach übrigens, was das Thema ,,Suizid" und das was ,,danach" kommt angeht. Es gibt da ja so eine Theorie, dass Körper und Geist unabhängig sind, dass man sein Bewusstsein gar nicht auslöschen kann, sondern nur seinen physischen Körper zu töten/vernichten in der Lage ist. Irgendwie würde das bedeuten, dass man auf geistiger Ebene immer noch da wäre, man aber nicht mehr mit seiner Umwelt interagieren könnte, da kein physischer Körper mehr vorhanden wäre. Jedenfalls sollen sich die negativen Gegebenheiten und Empfindungen so nicht auslöschen lassen.
Man weiß es ja alles nicht, aber ich finde solche Theorien äußerst interessant, da ich auch ab und an denke, dass da mehr sein muss als dieser bloße biologische Körper.
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Franck Ribéry #7

flagada
★★

Mitglied [65]

@flagada:

,,DER TYP IST GENAU RICHTIG; RICHTIGER ALS DIE GESAMTE "NORMALE" GESELLSCHAFT, ALSO HALTET DIE SCHNAUZE!
Im Ernst, ich habe mehr Respekt und Achtung vorm Donald als vor den meisten Menschen mit denen ich sonst so im Alltag zu tun habe. Trump hat im Gegensatz zu diesem alltäglichen gesichtslosen Abschaum einen Charakter mit Wiedererkennungswert, eine echte, unikate Persönlichkeit. Der rennt mit Sicherheit keiner gesellschaftlichen, kranken Norm hinterher und das ist zu 100% der richtige Weg!!! Der lebt tatsächlich sein ganz EIGENES Leben."


Es ist einfach wirklich so. Dieses ständige Abkotzen auf Donald Trump ekelt mich derart an, dass man das kaum noch in Worte fassen kann. Warum eigentlich werden in unserer Gesellschaft sämtliche Menschen mit einer markanten, autarken und originellen Persönlichkeit konsequent niedergetrampelt und weggebissen?!

Ich finde es einfach gut, dass es noch Menschen wie Donald Trump gibt. Solange solche Ausnahmeerscheinung noch in irgendeiner Form präsent sind und auch noch so halbwegs erfolgreich sein können ist dieser Planet noch nicht vollkommen am Ende.

Ich werde bei solchen Themen immer recht schnell emotional, weil es einfach nur zum würgen ist, wie mit Menschen wie DT umgesprungen wird. Die meisten Leute sind keinen Deut besser und taugen nicht, sind dafür aber tausendmal weniger sympathisch, unterhaltsam und originell.
Ich mag unsere Gesellschaft und deren Normen einfach nicht und die Vorstellung mich dieser unterordnen und anpassen zu müssen quält mich und saugt mir meine gesamte Lebensenergie ab.
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Franck Ribéry #7

Blaue Saue
★★

Mitglied [91]

@flagada: Schnapp Dir die nächste Filmkamera und fang an, englische Filme zu drehen! Es ist doch super, dass Du weisst, was Du im Grunde willst. Wegen der Resonanz, da musst Du halt schauen. Reicht es vielleicht auch vorerst, wenn Du internationale Resonanz auf Youtube erhältst?
(Die ganz grossen Filme zu produzieren ist recht kostspielig. Ich weiss von jemanden, "der grossen Erfolg mit einem selbstproduzierten Zeichentrickfilm hatte - nur 25000CHF Schulden!"
Ich weiss nicht, ob Dir eine solche Situation gefallen würde.)
Was President Trump betrifft, da gebe ich Dir vollkommen recht. Dieses Trump-Bashing kotzt auch mich an. Denn eigentlich macht er einen guten Job. Er ist halt politisch rechts. Und da gibt es kein Halten mehr für die "Good Guys", die politisch Linken... Klar braucht es auch die politisch linke Seite. Aber das sind diejenigen, die immer so laut nach Toleranz schreien. Und selber keine Toleranz zeigen, wenn man politisch anders denkt als sie.
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ooo

Also ich habe hier ja einen Thread gelesen, den ich urst interessant finde.
Da hat ein User Presselinks reingestellt, ich lese wieder - wie geil ist das denn :-)))

Dabei ist mir aufgefallen, dass Andrea Nahles abgedankt hat.

Hm... Nun stellt sich mir die Frage, wie es mit unserer Regierung weitergehen wird?
Nach meinem Empfinden werden die Politiker ja nicht älter, sondern immer jünger, ja, ich glaube sogar, ein Generationenwechsel findet gerade statt.

Eine Generation, die deiner, @flagada, annähernd entspricht. Das müsste dich doch ermutigen?
Deine Generation, die noch nie so offen zu Amerika stand wie heute! Also, ein Teil der Menschen, die ich kenne, leben entweder in Kanada oder möchten sich ein Leben in den Vereinigten Staaten aufbauen. Und komischerweise sprechen die nicht schlecht über den Donald.
Ich kenne im Übrigen auch gar keinen, der schlecht über Wladimir spricht!

Nun, es ist also deine Generation, die die Zukunft Deutschlands "bestimmen" wird.
Das Volk ist eh nur die Marionette des Staates. Aber Ihr bestimmt über Reichtum und Armut!

Was erwartest du also?
Entweder du arbeitest aktiv mit an deiner Zukunft mit, mit der du dich identifizieren kannst oder du lässt es bleiben.
Aber dann darfst du dich auch nicht beschweren.
Du hättest jedenfalls eine gute Chance, dein Leben selber in die Hand zu nehmen, verwirke sie doch nicht einfach.

Im Übrigen war ich auch massivst schüchtern.
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kittian
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Moderator [1958]

Ich finde es auch echt gut, wenn einem wenigstens erlaubt wird, sanft einen "Notausgang" zu wählen. So mancher stirbt bei einem eigenen Versuch sehr qualvoll oder überlebt schwerstbehindert, jedenfalls kostspielig fürs Gesundheitssystem. Wenn man aus seinem Loch nunmal nicht mehr herauskommt, leidet auch noch das Sozialsystem mit und dem Betroffenen hilft es nicht, wenn er tatsächlich auch sterben will. Ich finde den Vergleich mit der Diskussion um "unwertes Leben" total an den Haaren herbeigezogen. Zum einen entscheidet in diesem Fall jeder selbst, ob er sterben will oder nicht und zum anderen müsste man irgendwie auch Pränataldiagnostik verbieten. Richtig affig, wie sich hier in Deutschland alle anstellen. Ganz davon abgesehen, dass unser Gesellschafts- und Rechtssystem noch immer sein Fundament maßgeblich aus dem dritten Reich bezieht und es davor auch nichts Verwertbares mehr gab, was man hätte übernehmen können. Ja gut, die parlamentarische Diktatur mit legaler Korruption. Naja, ich schweife ab...

Es ist einfach sinnlos, wenn man dem Normalleben einfach nichts abgewinnen kann. Das Leben selbst hin der Hand schön und gut, aber bei mir hieß es auch bei etwas positiverer Sichtweise immer "Vogel friss oder stirb." Da gab es selten die große Auswahl von Wunschszenarien. Ohne auffindbaren höheren (!) Lebenszweck kann ich nicht glücklich sein. Das kleine Glück des angepassten Spießbürgers in seinem Dreifachhausdrittel auf Hypothek mit 2 Kindern und blablabla erscheint mir höchstens attraktiv, wenn ich mal so richtig am Boden bin, aber das ist ja kein Maß. Die schlichte Notwendigkeit des Broterwerbs (Arbeit (fast) nur fürs Geld) macht das Leben zum Gefängnis. Ohne bürgerliche Ziele und scheinerfüllende Verpflichtungen (Familie, Vereinsleben, Tilgungsraten :3, Statussymbole) fühle ich mich nur gefangen. Dies einfach zu MÜSSEN, weil ich mein Überleben nicht WIRKLICH in Würde anders sichern kann, machts mir schwer. Als warte ich auf meine erfüllende Bestimmung bzw. den Ruf wie ein Durstender in der Wüste auf Wasser.

Wenn Leute dann noch von mir verlangen, dass ich alles positiv sehen muss und immer lachen soll, google ich schonmal eher danach, wie man einen Henkersknoten macht und welches Seil am besten ist etc. Evtl natürlich andere Methoden. Hab mir auch mal gedacht wie es am Strick wäre, wenn ich ohne Fall und Genickbruch plötzlich nen Selbsterhaltungsschub bekäme, mich aber nicht mehr "befreien" könnte. Naja, Holzkohle.... aber egal. Ich merke selbst, dass einfach nur Blödsinn herauskommt, wenn alles nur tabuisiert wird. Der innere Leidensdruck bleibt stecken und staut sich immer weiter an, bis es zuviel wird.

Ich selbst schließe mich einem Vorredner hier an und plane auch keine Nachkommenschaft in dieser Gesellschaft. Sollte ich mich nicht irgendwann tatsächlich mal umbringen, lebe ich mein Leben einfach zuende und hoffe, dass mich meine Bestimmung nochmal "anspringt".
Ansonsten sterbe ich irgendwann, aber wäre dann auch nicht unbedeutender als die meisten anderen gewesen...sofern das überhaupt wichtig ist. Klar, irgendetwas würde ich schon gerne hinterlassen, aber 0815 lohnt die Qual der Daseinsbewältigung (ich liebe dieses Wort :3) nicht.
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kittian
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Moderator [1958]

Thema Brotberuf aber nochmal und was ich mir tatsächlich davon erhoffe:
- etwas mehr Aktivität und Struktur, an der ich mich zumindest notdürftig orientieren kann
- durch Arbeitsleid (ich liebe dieses Wort :3) und das Hamsterradgefühl durch die unerfüllende Tätigkeit einen Anreiz zur hoffentlich konstruktiven Suche nach einem wahren Lebenssinn zu entwickeln

Ohne alles ist es nur eine ebenfalls notdürftige Situation innerhalb einer Komfortzone, deren Bestand in den Händen anderer liegt. Wenn sich die Freiheit außerhalb des Hamsterrades nicht finanzieren lässt, muss man doch wohl mal hineinschauen und ein paar Runden laufen.

Naja bezogen auf das Thema hier ist es einfach gut, wenn man es bei Zeiten würdevoll aufgeben könnte. Es kostet echt Kraft und wenn dann noch Leute über die nicht ganz so überschwänglich gute Laune meckern und man ihnen nicht aus dem Weg gehen kann, ist es eine Bürde. Das kommt dann nämlich zurück, wenn man wieder ins sinnlose Durchschnittsleben eintaucht.
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flagada
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Mitglied [65]

@Blaue+Saue:

Auf YouTube gibt es doch schon genug Selbstdarsteller und ich würde ungern mit Lebewesen wie Tanzverbot, Drachenlord oder Gurkensohn auf einer Stufe stehen.
Außerdem kenne ich schon jemanden flüchtig, der 'Filme' auf YouTube stellt... Es ist halt richtiger Amateurquatsch den sich wohl keiner ernsthaft ansehen will und mit einem echten Kunstwerk nicht viel zu tun hat, aber derjenige macht es halt aus Spaß an der Sache, dem ist es gar nicht so wichtig, da etwas Professionelles zu kreieren/abzuliefern. Naja, etwas Professionelles kann man selbst auch nicht abliefern; dafür braucht es ganz andere Rahmenbedingungen. Armageddon Beispielsweise soll 140 Millionen US-Dollar verschlungen haben. Titanic sogar 200 Millionen - hat allerdings auch über 2 Milliarden USD wieder eingespielt.

Es sollte schon Hand und Fuß haben.
Kennst du die Verfilmung von Stephen Kings 'The Green Mile'? ('Nur' 60 Millionen $ Produktionskosten)
Sowas ist doch ordentlich, ein richtig toller, qualitativ hochwertiger Film, ein Kunstwerk. Genau wie die oben genannten Streifen.
Sicher sind die Produktionskosten enorm, aber sowas bezahlt man ja nicht aus eigener Tasche. Man müsste überhaupt auch erstmal irgendwo den ersten Schritt machen können. Es wäre ja auch nicht das Schlechteste, erstmal als Darsteller mitzuwirken, bevor man selbst richtig produziert. Man müsste einfach irgendwie fürs Erste in das Showbusiness gelangen; alle weiteren Entwicklungen würde man dann sehen. Das Arbeitsamt kann einen dabei natürlich nicht unterstützen (welch Wunder :D), die verhelfen einen doch maximal in 0815-Gammelberufe mit denen man sein Leben total ruiniert und verschwendet... Aber Hauptsache man ist eine angepasste Arbeitsdrohne, die TOTAL PRAGMATISCH UND ERWACHSEN/"VERNÜNFTIG" ist, keine wirklichen Träume hat und die Backen hält, sich mit seiner Sinnlosexistenz abfindet und die am allerbesten auch präferiert. Alles andere ist ja schließlich nur dumme Träumerei und so hat ein vernünftiger, halbwegs erwachsener Mensch ja nicht zu denken :D Aber wenn alle so 'normal' denken täten, wäre die Welt ganz schön trist und grau... Dann gäbe es nichts Schönes, dass das Herz der Menschen erfreut.


Es ist einfach eine Tragödie.
Ich hatte auch schon mal an sowas wie Theatertherapie gedacht, man weiß ja nie, was sich so ergeben kann und welche Leute man wo trifft. Wichtig ist einfach, dass man etwas in der angestrebten Richtung macht; dann können sich auch immer Chancen eröffnen. Aber auch Theatertherapie wirkt wieder total laienhaft und unproduktiv... Keine Ahnung.

Ich weiß nicht, aber irgendwo muss mal angefangen werden. Wie gesagt ist in manchen Branchen sehr vieles einfach Glück und nichts planbar. Es gibt wohl eher keine Berufsausbildung die dich zum Tom Cruise macht und das ist auch gut so.



Sinnlos und FÜR MICH unproduktiv werde ich mein Leben nicht verbringen; wenn mir nur unbedeutender 0815-Kram bleibt... Es besteht immer die Möglichkeit, sich den Saft abzudrehen. ;)
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Franck Ribéry #7

flagada
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Mitglied [65]

Der finanzielle Aspekt darf natürlich auch nicht aus den Augen verloren werden. Im Prinzip möchte doch jeder ein tolles Zuhause haben usw., sich um nichts Geldtechnisches Sorgen machen müssen und auch in der Hinsicht frei sein.

Naja... Es ist, wie es ist. :/ -.-
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Franck Ribéry #7

kittian
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Moderator [1958]

@flagada:
Der Film Saw (1) hat mit einem Budget von nur 1,2 Mio USD und nur 18 Tagen Drehzeit 102 Mio USD eingespielt. Naja, ist halt immernoch ne Stange Geld. Man muss ja nicht selbst irgendwo zuerst mitgespielt haben. Da kommts wohl eher auf Qualitäten als Drehbuchautor und ggf. noch Regisseur an. Beides muss stimmen. Das Drehbuch ist das Fundament für alles. Eine gute Regie macht die Darstellung erst möglich, die letzten Endes von guten Schauspielern getragen werden muss. Selbst die größten "Blockbuster" mit astronomischen Budgets bieten nicht immer viel. Man müsste schon Ideen im Sinne von Geschichten haben, um da irgendwo einsteigen zu können. So wie beispielsweise Joanne K. Rowling mit Harry Potter. Die war vorher ja auch eher ein Sozialfall und konnte nicht weit spucken. Jetzt ist sie reicher als die Queen. Ist zwar ein Extrembeispiel, aber na gut.

Leider habe ich mich dem Theaterkram in der Jugend nicht mehr verschrieben und nur mal kurz an einer Freilichtbühne eine Minirolle angenommen, aber da hätte man in jungen Jahren schonmal was sehen können. Ein ehemaliger Mitschüler ist da etwas tiefer eingestiegen und hat auch mal was im nahegelegenen Stadttheater in Münster angenommen, wennauch da noch nicht so übertrieben. Irgendwann hat dieser aber gemerkt, dass das bodenlose Lebensmodell eines Schauspielers nicht seinem Bedürfnis nach einem bürgerlichen Leben entspricht. Der hat dann erstmal mit Jura an einer öffentlichen Hochschule angefangen und wollte Richter werden. Schön direkt verbeamtet. Total der Gegensatz für mich und auch keine Lösung. Man bekommt Sicherheit, aber gibt sein Leben und seine Freiheit ab, was man dann erst später merkt. Das ist wie ein Tod auf Raten.

..naja schwer ist es jedenfalls immer, seinen Weg zu finden und irgendwo muss es leider zuerst ein Hobby bleiben und darf nicht durch finanzielle Nöte vergiftet werden.

Ich jedenfalls will dem Leben nochmal eine weitere Chance geben, aber auch soein Brotberuf unter oberflächlichen Holzköppen wird keine Dauerlösung sein. Ich werde zwar materiell über die Runden kommen (nicht mehr und nicht weniger), aber es kostet echt Energie. Und dann soll man auch noch extrovertiert sein und immer was machen in der Freizeit. Wenn man nicht ständig überall rumjackelt und gerne mal alleine ruhige Momente genießt, wird man sofort schräg angesehen. Allein zu sein wäre da entspannter als dieses Kasperletheater, das ich den Großteil meiner Wachzeit zu spielen habe.

Fazit: Selbstmord ist und bleibt weiterhin ein möglicher Weg und sollte nicht tabuisiert werden.
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Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von kittian am 08.06.2019, 11:48 Uhr.
Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von Witz am 08.06.2019, 15:38 Uhr.
Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von Witz am 08.06.2019, 15:57 Uhr.
Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von Witz am 08.06.2019, 16:22 Uhr.

kittian
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Moderator [1958]

@Witz:
Leider off-topic, tut mir Leid ;) Bist ja ein echter Spaßvogel. Übrigens gibt es noch sowas wie einen Selbsterhaltungstrieb. Ansonsten, alles zu seiner Zeit :)
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kittian
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Moderator [1958]

@flagada:

Was ich zum Thema Film auch mal ganz eindrucksvoll finde ist beispielsweise folgender Versuch eines "No-budget-films"



Mit etwas künstlerischem Geschick kann man so echt ganz gut etwas Filmisches an der GEZ- und Hollywooddiktatur vorbei transportieren. Wahre Begebenheiten bieten nicht selten ein sehr gutes Drehbuch, da das Leben die besten oder zumindest echtesten Geschichten schreibt.

Trotz allem bleibt auch sowas immer nur ein Hobby und weiterhin muss man sehen, wo das Geld herkommt und wieviel Zeit einem nach dem Brotberuf noch bleibt.
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