Dampf ablassen!

Ärger abbauen. Frust loswerden. Darüber diskutieren.

Lori

Arbeiten statt Schule nachmachen

Ich bin gerade in einer Psychatrie, weil ich eine Posttraumatische Belastungsstörung habe und ich dadurch eingeschränkt werde in meinen Alltag. Dadurch war ich nicht wirklich gut in der Schule, weil ich mich z.B. einfach nie Konzentrieren konnte.
Ich habe auch keine Ausbildung gemacht, ich habe mich immer nur zu Hause versteckt und bin 8 Jahre lang nur wenn es wirklich nötig war, rausgegangen. Jetzt bin ich 22 und ich möchte gerne einen besseren Schulabschluss nachholen, weil ich ganz sicher keine Ausbildung mache, die ich niemals machen wollte. Und so alt bin ich auch wieder nicht! Jetzt wollen die, in dieser Klinik mir immer wieder einreden, dass ich sofort ne Ausbildung machen soll und zwar irgendwas aber Hauptsache was. Wenn ich sage, nein ich will erstmal einen besseren Schulabschluss erzielen um dann dass zu lernen, was ich wirklich will, schauen die mich an als wäre ich ne Behinderte und sagen: ''Träume zu haben ist doch schön''
Ich bin nicht geistig behindert, ich bin auch nicht dumm ich wurde ''nur'' in meiner Kindheit missbraucht und misshandelt und will es aufarbeiten um dann die Schule nachmachen zu können. Ich lebe bestimmt noch sehr lange und ich werde ganz sicher keinen Beruf erlernen, den ich mein ganzes Leben lang hassen werde. Wenn die so weiter machen, mache ich eben keine Therapie dann muss ich eben versuchen so klar zu kommen...

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Kommentare (9)

Eva
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Mitglied [2995]

So was schon im jungen Alter, das gab es zu meiner Zeit nicht.
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Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von flagada am 11.08.2019, 12:08 Uhr.

Rapante
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Mitglied [159]

Lori: Ich hab dazu eine Frage: Wenn du 8 Jahre nicht wirklich aus dem Haus gegangen bist, dann hat das mit 14 angefangen. Wo waren deine Eltern die ganze Zeit ? Oder hattest du keine anderen Bezugspersonen die sich um dich gekümmert haben ? Das muss doch jemand aufgefallen sein dass du nicht mehr raus gegangen bist.
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Die Leute glauben eine Lüge die sie 1000 mal gehört haben lieber als eine Wahrheit die ihnen völlig neu ist.

Rapante
★★★

Mitglied [159]

Was ich noch vergessen hab: Höre nicht auf die Mitarbeiter in der Klinik. Die kreisen sich nur um sich selbst, haben eine Wohnung, einen Job und sind versorgt. Die können sich perfekt von dir abgrenzen und es ist denen egal was aus dir wird. Häng dich bloß nicht an die ran.
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Die Leute glauben eine Lüge die sie 1000 mal gehört haben lieber als eine Wahrheit die ihnen völlig neu ist.

Scarface
★★

Mitglied [30]

Ich bin irgendwann auch kaum noch rausgegangen, ist niemandem aufgefallen. Die hatten andere Probleme mit sich selbst. Ich kann dir nur raten: Hör nicht auf die Spastis. Es ist dein Leben. Du bestimmst, wo es langgeht. Sei zwar realistisch, aber mach dein Ding. Und was bringt dir ne Ausbildung, wenn du null Interesse dafür aufbringen kannst? Die sind doch gar im Kopf. Immerhin wirst du eine Menge Zeit an deinem Ausbildungsplatz verbringen.
Du hast genug Scheiß erlebt, die sollen dir da helfen und dich nicht noch weiter reinreißen.
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Das.Ziel

Man hört so etwas immer wieder. Dabei den Weg niemals zu verlieren, zeugt von unheimlicher Willensstärke.
Wenn dein Bauch dir sagt, du möchtest einen besseren Schulabschluss, dann vertraue ihm und dir und mach das. Du machst auf jeden Fall nichts verkehrt. Ganz im Gegenteil, du hast ein gutes Ziel für eine bessere Zukunft vor den Augen und das ist einfach ganz, ganz toll!
Das muss ich dir jetzt mal schreiben.
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Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von # am 11.08.2019, 19:42 Uhr.

Krause

Frage doch mal nach warum man Dir die Ausbildung empfiehlt und nicht noch weiter Schule. Wohnst Du noch daheim, mit Eltern? Dann ist es vielleicht besser, wenn man Geld mit Ausbildung verdient und allein eine Wohnung mieten kann anstatt noch daheim zu wohnen? Vielleicht meinen die das so?? Oder etwas anderes spricht eher für eine Ausbildung und sofort Geld verdienen nach deren Meinung? Ich würde auf jeden genau nachfragen, immer wieder. Das muss ja begründet werden so eine Aussage. Schule ist nur Theorie, immer rein in Kopf... Ausbildung ist ja auch Schule aber auch praktische Tätigkeit. Du bekommst gleich Geld und das ist ein gutes Gefühl man kann sich selbst zumindest teilweise selbst eine Wohnung finanzieren. Ob Schule besser ist weiß ich nicht. Ich kenne genug mit höchstem Schulabschluss und das bringt echt nicht immer was ganz ehrlich. Ich glaube nicht dass die Therapeuten Dir schaden möchten sondern helfen möchten. Du könntest auch den Therapeuten in der Klinik wechseln oder einen anderen anfordern/erbitten. Mal sehen was der dann meint und ob Du mit dem besser kannst? Vielleicht eine zweite Meinung eben. Aber natürlich ist es Dein Leben und jeder hat ein Recht darauf seine eigenen Fehler zu machen. Nach einer Ausbildung kann man oft sogar noch ohne Abitur studieren oder noch höhere Abschlüsse erwerben. Die Ausbildung wird dann angerechnet. Man kann auch in Teilzeit Ausbildungen machen und noch abends zur Schule gehen wenn man die ganze Theorie unbedingt braucht.
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makaroni

Die reden dir nur ein, eine Ausbildung zu machen, weil es der einfachere Weg wäre, und sie dann ihre Aufgabe leicht und schnell erledigt haben, dich wieder ins wahre Leben einzugliedern.
Dabei bedenken die aber nicht, dass verschiedene Menschen auch verschiedene stärken und schwächen haben. Und nur weil jemanden einen schweren und einschränkenden Lebensweg hatte, heißt das nicht, dass er dumm ist und in einen niedrig qualifizierten Beruf gehört, wo er sich dann vielleicht maßlos unterfordert fühlt.

Du siehst das ganz richtig, dass es wichtiger ist, einen Beruf zu finden, den du auch wirklich machen willst. Denn den musst du schließlich dein Leben lang ausführen.

Ich selber leide auch an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ich habe trotzdem irgendwie geschafft, mein Abitur zu machen. Aber ich habe trotzdem nicht so viel von der Schule mitgenommen, wie ich gerne hätte. Aber jetzt in der Uni sage ich dir, habe ich das Gefühl dass es meiner Psyche guttut, wie nichts zuvor. Es ist eine Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen und ich hinterfrage viel und begreife auch viel, welches Ereignis in meiner Vergangenheit für welchen psychischen Knacks bei mir verantwortlich ist. und das hilft mir auch, mit einigem endlich etwas abzuschließen. Früher bestand mein gesamter Tag aus Flash-Backs aber inzwischen denke ich nur hin und wieder zurück und habe auch mit manchen schon abgeschlossen. Auch versuche ich es mir oft positiv zurecht zu rücken. Nichts macht einen charakterlich stärker, als durch die Hölle gelaufen zu sein und es daraus geschafft zu haben. Und niemand kann sich in einen Menschen besser hineinversetzen als jemand, der ähnliches durchstanden hat. Und Leute, die schlimmes durchgemacht haben sind meiner Erfahrung nach oft die ehrlichsten und nettesten treuesten Seelen überhaupt. Und mit diesen Menschen kann man nur so eine enge Bindung aufbauen, wenn man sich auf einer tieferen Ebene verbunden fühlt. Dazu kommt, dass ich einen sozialen beruf erlerne, wo ich mit vielen Menschen, die sowas durchgemacht haben zutun haben werde. Und wer ist für so einen Beruf besser geeignet, als jemand, der sich da komplett hineinversetzen kann? Das ist ein großer Vorteil. Denn man kann nur das verstehen, was man selbst erlebt hat. Vielleicht solltest du deinen Nachteil auch zum Vorteil anderer Menschen umwandeln. Es gibt da draußen zu wenig Menschen in sozialen Berufen, die überhaupt wissen, wie sich ein Mensch mit Depressionen usw. fühlt. Gerade Psychologiestundeten kommen leider häufig aus einer überdurchschnittlich heilen, wohlhabenden Familie und haben noch nie irgendwas schlimmes erlebt und können sich nicht im Ansatz vorstellen, was eine Depression bedeutet.
Ich kann mir auch vorstellen, mal ein Pflegekind aufzunehmen. Die haben auch oft schlimmes erlebt. Und brauchen jemanden, der sie versteht. Dazu kommt, dass man eine völlig andere Sicht aufs Leben bekommt, wenn man am Abgrund gestanden ist. Manche Leute mit Anfang 20 geraten in Verzweiflung, weil ihr Auto nicht cool genug aussieht und sie sich keine Gucci Klamotten leisten können. Während andere froh sind, dass sie morgens aufwachen und den Tag frei und unversehrt erleben können.

Ich kann dir die Website Sofatutor ans Herz legen. Da kann man alles was man für die Schule braucht geordnet und eigenständig nachholen. Und das reicht dann auch. Mehr als was da steht brauchst du fürs Abi nicht wissen. Bzw nichtmal das alles, weil man beim Abi ja nur ein paar der dort genannten Themen hat und auch nicht alle Fächer braucht. Habe die Website leider erst nach meinem Abi entdeckt aber nutze sie trotzdem gerne aus eigenem Interesse. wie gesagt, ein Abi kann man auchnoch gut hinbekommen, wenn man nicht alles weiß und nicht immer da war. Das wird schon. Und ich kenne auch Leute, die erst wirklich spät angefangen haben, ihr Leben in den Griff zu bekommen und jetzt auf der Überholspur sind.
Man ist immer so alt wie man sich fühlt. Und ich denke, gerade wenn man in jungen Jahren schlimmes erlebt hat, braucht man Zeit, seine seelischen Wunden vernarben zu lassen bevor man ins wahre Leben entlassen wird. Oft muss man ja gedanklich die Kindheit und Jugend aufholen, die einem genommen wurde. Und zur Schule oder Uni zu gehen gibt einem ein bisschen von der Normalität und Lebenserfahrung zurück, die man zur richtigen Zeit vielleicht verpasst oder psychisch nicht richtig miterlebt hat. Es ist glaube ich wichtig, dass man das aufholt, was einem unfreiwillig genommen wurde. Und das dauert dann nunmal länger als bei jemandem, bei dem alles gradlinig im Leben abgelaufen ist.
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