Dampf ablassen!

Ärger abbauen. Frust loswerden. Darüber diskutieren.

ciao

Als Kind von Physiklehrer mishandelt worden

Ich habe immer noch eine unendliche Wut in mir. einen endlosen hass. noch nie in meinem bisherigen leben habe ich irgendwem Gewalt angetan, weil ich nicht so jemand sein will. aber wenn ich an ihn zurück denke, stelle ich mir vor, wie ich ihm die kehle durchschneide und ihn langsam verrecken sehe. aber es macht keinen sinn mehr, ihm alles schlechte auf der Welt zu wünschen, weil ich mich nur selber damit belaste.

auch wenn es vorbei ist, ist es nicht wirklich vorbei. denn es prägt noch 10 jähre später, vwahscheinlich noch ein leben lang.

mir wird immer wieder klar, wie viel es in meinem leben kaputt gemacht hat. ich bin nie wieder der selbe mensch geworden, ich war nie wieder so glücklich und unbeschwert wie als Kind zuvor. bis heute beeinflusst es mein leben so sehr. auch wenn ich Depressionen und panikattaken mit Medikamenten ruhig stelle und mir schon lange nichtmehr das leben nehmen will und meine Psychose schon seit Jahren überstanden habe, so ist doch immer ein Chaos und ein mistrauen in mir. ich kann auch keine nähe zulassen und schotte mich gerne ab. bekomme nichts wirklich auf die reihe, kann mich zu nichts mehr aufraffen oder an irgendwas erfreuen.

aber ich schäme mich auch dafür, dass ich so ein wehleidiges selbstbemitleidendes etwas bin. so vielen menschen ist so viel schlimmeres passiert und sie können damit gut umgehen. fälle, die ich in den Nachrichten oder der Zeitung erfahre. menschen, die sich wünschten, sie hätten nur mein Schicksal und nicht ihres. menschen wo ich mich frage, wie können die mit so etwas weiterleben und ich sitze hier und kann damit nichtmal richtig weiterleben.

ich weiß nicht, warum ich mich nicht einfach darüber freuen kann, dass es vorbei ist, dass ich frei und sicher bin. irgendwie ist da kein vertrauen mehr, dass man je wirklich frei und sich er ist. alles kann von einer Sekunde auf die nächste über einem zusammenbrechen. selbst wenn man vorher dachte, man sei in Sicherheit.

Ja, ich muss es mir eingestehen: Ich bemitleide mich selbst. Ich begebe mich selbst in eine Opferrolle. ich zerstöre mein eigenes Leben damit, mich zu bemitleiden und in eine Opferrolle zu begegnen. Niemand ist aktuell hier, der mit irgendwas antut, außer ich mir selbst. Daber ist die Vergangenheit vergangen und im hier uns jetzt kann ich selber an mir arbeiten.

Um Abschließen zu können muss ich aufhören, mich so armselig zu bemitleiden. Es gibt keine Antwort auf die Frage ,,Warum ich?'', denn es gibt keinen Grund warum ich. Und man muss sich damit abfinden, dass nicht jede Frage eine Antwort hat.
Habe ich es verdient gehabt? Nein. Hätte es jemand anderes verdient gehabt? Ebenso nicht! Warum sollte ich dann hinterfragen ,,warum ich'' was impliziert (,,und nicht jemand anderes an meiner stelle.'')? Was wäre ich für ein Riesen Arschloch es jemand anderem stattdessen zu wünschen? Es hätte alles noch schlimmer sein können. Andere Menschen erleben viel schlimmeres und hätte ich etwas viel schlimmeres erlebt, hätte ich mich sicher auch in mein Schicksal zurück gewünscht.
Das hier ist nunmal mein Leben, mein Schicksal, mein Weg. Ich hätte in dieses Leben geboren werden können oder garnicht geboren werden. man kann sich sein Schicksal nicht aussuchen und muss das beste daraus machen.
Ich bin es mir schuldig, ich bin es jedem anderen schuldig, der ähnliches erlebt hat: ich bin es schuldig zurück ins Leben zu finden um zu beweisen, dass es für jeden von uns möglich ist. Und mich zu rechen an jenen, die vernichten wollten und es nicht geschafft haben. Für mich und für jeden anderen da draußen, der sein Leben von irgendwem hat zerstören lassen, auf welche Art auch immer.

Ich möchte gedanklich da anknüpfen, wo ich damals aufgehört habe, zu leben. Wo ich damals aus meiner kindlichen, unschuldigen Welt rausgehauen wurde:
Vielleicht ist mein Leben trotzdem ein Märchen. Denn in einem Märchen müssen die Protagonisten auch die Bösen besiegen, die ihnen schlimmes angetan haben aber am Ende schaffen sie es und sind Glücklich.

Alles, wirklich alles, hat etwas positives. Egal wie schlimm es ist, alles hat im Nachhinein, wenn es vorbei ist, etwas positives. Man muss es nur finden.
Ich habe früh viel gelernt, was man für's Leben gebrauchen kann. Über die psychopathischen Abgründe, die sich in manchen Menschen befinden. Über mich selbst, dass ich dankbar sein kann und nichts selbstverständlich ist. und dass es vor allem nicht selbstverständlich ist, aus einem tiefen Abgrund wieder zurück ans Tageslicht zu finden.

Man kann sagen, ich hatte ein unfassbares Glück im Unglück. Und anstatt verbittert zu sein, dass etwas passiert ist kann ich jetzt sagen dass ich voller Dankbarkeit bin, dass es vorbei ist. Dass das Schicksal mich das hat durchstehen lassen.
Es gibt so viel schönes im Leben, für das einem erst der Blick wieder eröffnet werden muss. Sei es die warme Sonne, die einem ins Gesicht scheint, oder der Wind auf den nackten Armen.

Und das wertvollste, was ich daraus mitgenommen habe, ist, dass ich andere verstehen kann.

Ich bin kein Opfer. Ich bin jemand, den man versucht hat, zu vernichten aber der immer noch hier steht und lebt.

Und ein paar letzte Worte an meinen Peiniger:

Du hast versucht mich zu zerstören. Tja. Hast du nicht geschafft, armseliger Versager. Schau dich an, du lächerliche Kreatur. Schafft es nichtmal mit deiner gesamten Kraft ein Kind zu zerstören. Das Kind war stärker und hat gewonnen. Ich bin Glücklich....

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Kommentare (1)

sanny
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Mitglied [3287]

@Ciao echt Krass !
Du hast aber doch ein starkes ich ,
das du es geschaft hast.👍
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Mein Altersruhe Sitz Toskana

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