Dampf ablassen!

Ärger abbauen. Frust loswerden. Darüber diskutieren.

Merlin
★★

Mitglied [42]

Mir geht die medizinische Versorgung in Deutschland richtig auf den Sack.

Das es zu wenige Ärzte gibt ist ja nichts neues, aber was mich richtig nervt und ich unakzeptabel finde ist das trotz Ärzte Mangels dermaßen beschissene Öffnungszeiten bestehen. Gerade Gemeinschaftspraxen sollten in der Lage sein durchgängig geöffnet zu sein oder zumindest nur eine 1 Stündige Mittagspause einzulegen statt irgendwie von 11 bis 15 Uhr mal eben dicht zu sein.

So und dann haben die Krankenhäuser echt noch die Eier sich zu beschweren das dort so viele Leute mit " Harmlosen " Beschwerden auftauchen? Was sollen die Menschen bitte sonst machen?

Das ist so dermaßen lächerlich hier, ich habe Länder erlebt mit einer weitaus besseren und lückenloseren Medizinischen Versorgung. Ich habe echt Angst davor alt zu werden, dass muss ja die Hölle sein wenn man niemanden erreicht, ständig abgewimmelt wird und nur Behandlung zweiter Klasse bekommt weil man ja Kassenpatient ist.

Armseliges Deutschland mal wieder.

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Kommentare (8)

Realist55
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Mitglied [1617]

@Merlin:

Also von meinem Hausarzt kenne ich das anders:

Mo - Do 8 - 11, Fr 8 - 12:30
Mo + Mi zusätzlich abends geöffnet, dazu Terminvergabe

Oft genug bleiben die Arzthelferinnen Mo und Mi gleich da, weil sie mit der Arbeitsflut kaum fertig werden, Praxis ist überlaufen. Auch bei der regulären Öffnungszeit wird gerne 2 - 3 Stunden zusätzlich behandelt.

Der Mythos, das Ärzte die meiste Zeit auf dem Golfplatz verbringen, bleibt wohl nur ein Mythos ...
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Weder linker Chaot noch rechter Radikaler setze ich mich stets kritisch mit dem alltäglichen Geschehen aus - dabei bin ich offen für andere Meinungen, fange jedoch auch gerne eine Diskussion an !

Merlin
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Mitglied [42]

@Realist55: Scheint ein guter Hausarzt zu sein, für die Meisten hier in der Umgebung (Hessen) ist das nicht die Norm. Hier verbringen diese wohl die meiste Zeit auf dem Golfplatz.
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Thieme
★★

Mitglied [36]

Auch niedergelassene Ärzte spielen kein Taschenbilliard oder drehen Däumchen. Der Bürokratiekram macht auch vor Allgemein- oder Hausärzten nicht halt und verschlingt jede Menge Zeit, viel zu viel Zeit, auch wenn es der Laie nicht glauben mag. Die Zeit, die sie nicht am Schreibtisch verbringen und sich durch die Zettelwirtschaft zu wälzen, nutzen sie, um Hausbesuche bei den weniger mobilen Patienten zu machen nebst lauter anderen Kram und sind damit auch wieder Stunden beschäftigt. Das kriegt aber der, der gerne wollte, dass der Doktor bis 20 Uhr geöffnet hat wie der Rewe, nicht mit.
Und dann ist eben auch mal für diesen Arzt an diesem Tag der Feierabend da und schließlich ist er ja nicht aus der nahezu unmenschlichen, klinischen, alles zermahlenden Tretmühle raus, um dann genauso in der eigenen Praxis weiterzumachen.

Es beschweren sich auch gerne Patienten in der Klinik, die des Nachts wegen eines Schnittes am Finger vorbeischneien und sich ärgern, dass sie ne Stunde warten müssen. "Ist ja so ruhig hier und man sieht kaum Ärzte rumlaufen - sind die am pennen und warum musste ich so lange warten?!"
Ja, manchmal pennen sie auch tatsächlich in ihrer 22. Dienststunde ohne Schlafgelegenheit. Dann wartest halt.

Kurz: es ist gerade in der Medizin nichts so, wie es scheint oder für den normalen Michel erscheint.
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Merlin
★★

Mitglied [42]

@Thieme:
Erzähl mir hier nichts von Medizin! Meine Schwester und Mama sind selbst auch Hausärzte mit jeweils eigenen Praxen (Leider zu weit von hier entfernt) und rein gar nichts rechtfertigt alberne Öffnungszeiten wie 8-11 & 15-16:30. Das ist schlichthin lappig.

Ich selbst bin übrigens auch Arzt, allerdings hatte ich noch nie meine eigenen Praxis und arbeite schon seit längerem als Notarzt und Bundeswehrarzt der Reserve. Ich bin mit der Materie sehr vertraut und verstehe deine ständigen andeutungen auf " den normalen Michel " nicht ganz.

Zumal es genügend andere Länder gibt in denen es auch weitaus besser läuft.

Natürlich gebe ich dir Recht was den Papierkram angeht, dass will ich auch nicht abstreiten und habe selbst ich als Notarzt täglich, allerdings ist das auch nicht so dramatisch wie du das hier darstellst schon gar nicht für Hausärzte in Gemeinschaftspraxen.

Hier im KH haben wir öfters Leute die wegen (aus medizinischer Sicht gesehen) Kleinigkeiten hier aufschlagen, mir würde allerdings nie in den Sinn kommen diese Menschen irgendwie zu diffamieren oder zu belehren, wenn der Hausarzt zu hat dann kommt man mit seinen Problemen ins KH und das ist auch gut so und sehr verständlich.

In Deutschland ist in der Medizin so einiges Mangelhaft, dass du dir da jetzt so bewusst bist erwarte ich aber auch nicht von dir da du ja laut eigenen Angaben noch Studentin bist, warte mal ab wenn du dann auch im Hamsterrad mitlaufen darfst, denn es ist alles wie du schon erkannt hast nicht so wie es scheint ;)
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Wutentbrannt

Merlin ich stimme dir zu, mit dem kleinen Unterschied, dass mir die "medizinische Versorgung" (ich kann es nur noch spöttisch so nennen) in De auf die Eierstöcke geht und nicht nur symbolisch. Ich schleppte mich seit Februar mit Beschwerden im gesamten Bauch rum. Mir ging es teils so schlecht, dass ich dachte ich müsste in die Notaufnahme, aber dazu habe ich mich nicht getraut und die Beschwerden verloren an Intensität nach einer Zeit, kamen aber dann an folgetagen wieder. Es war sehr wechselhaft und ich hatte so was noch nie.

Ich bin keine die gern und schon gar nicht oft zu Ärzten oder Ärztinnen geht, nur hätte ich kompetente gebraucht bzw. brauch ich immer noch welche und wie es eben so ist... kein Schwein interessiert es.
An den Tagen wo es etwas besser ging musste ich mich zu meinem Hausarzt schleppen. Der mir vorwaf ich hätte wohl Reizdarm (also was psychosomatisches) und so salopp meinte es kann eine Eierstockzyste sein. Ich habe den gefragt ob der mich trotzdem zum Internist überweist, wegen Magen-Darm, Nieren usw, Beschwerden. Hat der bis heute nicht, weil seiner Meinung nach sei es nicht notwendig.
Herausgestellt hat sich nach ungefähr einer Woche drauf, als die Beschwerden milder wurden, bei der Gyn, dass ich tatsächlich eine Eierstockzyste habe. Die warf mir dann vor, dass so was auch platzen kann und in den Bauchraum tritt oder sich ein Stiel verklemmen kann etc. wieso ich denn nicht eher was ausgemacht hätte..
Selber hat die nur ein normalen Ultraschall gemacht, weil ich noch keinen GV hatte (also ihre konservative Ansicht geht vor meine Gesundheit). Die konnte so nicht bestimmen, ob das Ding gutartig oder bösartig ist. Andere Innereinen die mir immer noch mal dumpf bis blitzartig schmerzten hat sie nicht weiter untersucht.

Die Odyssee war dann damit nicht vorbei als der Termin zu ende war. Ich bekam Tage drauf schlimme Periodenschmerzen und ich weiß bis heute nicht was konkret die ganzen Beschwerden die ich bis heute habe ausgelöst hat. Aber mein Zustand ist eben noch nicht mit Kopf unterm Arm. Bei einer Klinik wollte ich wenigstens mal zur Radiologie und nachschauen lassen, aber die Empfangskrankenschwestern sind sau unhöflich.

Mir hat das alles eins vermittelt: Wenn eine gesundheitliche Probleme hat, dann wird die entweder als hypochondrisch, geistig gestört "behandelt" oder sie hat "Glück" und wird bei sich zuhaus in den Schmerzen liegen gelassen.

Ich habe mich deswegen mal näher zu den Hintergründen der "medizinischen Versorgung" befasst, mit dem Ergebnis, dass es scheißegal ist wo eine lebt, wenn die gewisse Merkmale hat die in der Kultur als Defizite gelten, dann ist die Ärztepfusch ausgesetzt. Die einzige "Behandlung" die einer zukommt, ist höchstens die mit Neurotoxinen. In die Pflegestufe medikamentiert und operiert, so
verdienen Ärzte ihr Geld.
Ihr könnt euch dazu mal die Doku ansehen "Wundermittel Hormone? Der gefährlich neue Trend"
Wobei neu ist daran nichts und statt Hormone, geht auch Psychopharmaka, Bluthochdruckmedikamente, Kopfschmerz, Verdauungsmedikamente, - das meiste was Frauen anvisiert.

Wenn sie es noch kann, so helfe sie sich selber... alles andere ist einfach scheiße.
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naja

,,das trotz Ärzte Mangels''

nicht trotz sondern wegen.

in den Gemeinschaftspraxen sind für gewöhnlich die meiste Zeit beide gleichzeitig da. Da kann man auch nicht 80 Stunden offen haben, nur weil 2 da arbeiten.

Wusstest du eigentlich, dass viele Ärzte in den ,,Mittagspausen'' auch Hausbesuche oder Besuche im Altenzentrum machen, wo die Leute sonst nichtmehr mobil sind? Das ist vielleicht auch gegen deine Angst, dann im Alter niemanden zu erreichen, ein kleiner Trost.

Dass das Krankenhaus sich dann aber nicht beschweren soll, wenn Leute mit ,,kleineren'' Dingen dahin kommen, weil ab Freitag Mittag bis Montag morgen keiner mehr da ist, da gebe ich dir recht. Bin mal mit einer frischen, großen, aufgeplatzten Narbe ins Krankenhaus gegangen, weil ich nicht bis Montag so rumlaufen wollte und die nicht aufgehört hat zu bluten. Da wurde ich auch dumm angemacht, warum ich nicht in 3 Tagen zum Hausarzt gehe. und dachte mir: Das wurde doch extra genäht, weil es nicht offen bleiben soll.

Dass das in anderen Ländern oft besser läuft, habe ich auch schon beobachtet. Das liegt aber auch daran, dass in anderen Ländern Arzthelferinnen und Krankenpfleger oft studiert haben und viele Aufgaben der Ärzte übernehmen können. Da kommt es dann auch mal vor, dass die schon die gesamte Behandlung gemacht haben und dann nur noch eine Unterschrift vom Arzt für das Rezept brauchen.

Allgemeinärzte arbeiten schon für gewöhnlich sehr viel. Krankenhausärzte auch. Aber die, die du da am Samstag in der Notaufnahme antriffst, sind meistens die Anfänger die direkt aus dem Studium kommen und absolut keinen Bock haben.
Ärzte die einfach faul sind und deshalb nie offen haben, gibt es auch. Aber das sind eher nicht die Allgemeinmediziner sondern eher sowas wie Endokrinologen in Arztzentren usw. Leute, die zu viel verdienen und keine ,,Notfälle'' bekommen. Die interessiert ihr Job dann nichtmehr und die arbeiten dann nur Teilzeit und fahren mehr in den Urlaub, als sie arbeiten. Natürlich nicht alle, das war nur ein Beispiel. Solche Leute gibt es aber definitiv.
Aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ein Allgemeinmediziner in Deutschland die Zeit und Möglichkeit hat, einfach nur faul zu sein und dauernd Freizeit zu haben. Dafür haben die für gewöhnlich zu viel zu tun. Auch wenn es laut Praxisöffnungszeiten so aussieht. Das mit den Schichtarbeiten ist auch, damit Leute kommen können, die nur vormittags/ nur nachmittags kommen können. Sonst wäre die Arbeitswoche schnell voll. Ich habe mal vor langer Zeit ein Praktikum in einer Zahnarztpraxis gemacht. Der Praxisbesitzer hat wirklich nur 4 Tage die Woche, insg. 20 Stunden gearbeitet, den Papierkram haben die Buchhalter gemacht und sein angestellter Zahnarzt musste dann immerhin noch so 30 Stunden kommen. Gibt aber auch Praxen wo die von morgens bis abends arbeiten. böse Zungen würden vielleicht sagen, dass nur die, die einen Abzocken sich leisten können, eine Praxis in Teilzeit zu führen.
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Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen die Regeln dieser Seite verstieß oder nicht zum Thema passte: Geschrieben von schwule-Sau.de am 11.06.2021, 14:53 Uhr.

Merlin
★★

Mitglied [42]

@naja:
Wenn du wüsstest....
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